YouTube Facebook Mehr Rente - mehr ZukunftGute Arbeit - gut in RenteIG Metall

Studie

19.02.2016 | Zahlen & Fakten

Vor allem junge Menschen setzen auf Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber der privaten Altersvorsorge

Vor allem junge Menschen wünschen sich eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und wären dafür sogar bereit, höhere Rentenbeiträge zu zahlen, wenn sie damit im Gegenzug ihren Lebensstandard im Alter sichern könnten. Das ist das Ergebnis einer von der IG Metall in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage unter mehr als 1000 Personen durch das Forschungsinstitut TNS Infratest. "Die Bereitschaft für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung auch in das eigene Portemonnaie zu greifen, ist erstaunlich. Sie zeigt, wie wenig Vertrauen junge Menschen in die private Altersvorsorge haben. Der Grund dafür dürfte unter anderem das Scheitern der staatlich geförderten Riester-Rente sein", sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am Montag in Frankfurt.

Der TNS Infratest-Untersuchung zufolge wächst zwar bei den Befragten grundsätzlich das Misstrauen in das jetzige Rentensystem. Grund dafür ist das kontinuierliche Sinken des Rentenniveaus von heute 47,5 Prozent auf 43 Prozent im Jahr 2030, wie es vom Gesetzgeber geplant ist. Dies führt jedoch nicht zu einer generellen Abkehr vom gesetzlichen Rentensystem. Im Gegenteil wären fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten Jungen (18 bis 34 Jahre) und 61 Prozent aller Befragten bereit, zur späteren Sicherung ihres Lebensstandards auch höhere Rentenbeiträge zu zahlen. "Darin drückt sich vor allem die Enttäuschung über die schlechten Leistungen aus der privaten Altersvorsorge mit den sinkenden Renditen am Kapitalmarkt aus", sagte Hans-Jürgen Urban.

Überraschend ist zudem, welche Reformen des jetzigen Systems die Befragten anstreben. 4 von 5 Befragten (79 Prozent) fordern die Öffnung der Rentenversicherung hin zu einer Erwerbstätigenversicherung. Selbst unter den Beamten unterstützt fast die Hälfte (44 Prozent) eine gesetzliche Pflichtversicherung für sich, bei den Selbständigen und Freiberuflern sind es 57 Prozent. Dagegen lehnen die Versicherten eine Erhöhung des Renteneintrittsalters einhellig ab. 84 Prozent der Befragten sprechen sich gegen ein weiteres Hinausschieben der Regelaltersgrenze über das 67. Lebensjahr hinweg aus.

 

Anhand aktueller und repräsentativer Daten von TNS Infratest Politikforschung analysiert diese Kurzstudie die Einstellungen und Erwartungen der Menschen.