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Glossar

Abschläge

Abschläge sind Abzüge von der Rente. Solche Abzüge, die durch den Zugangsfaktor ausgedrückt werden, gibt es

  • bei der Altersrente, wenn sie vorzeitig in Anspruch genommen wird,
  • bei Renten wegen Erwerbsminderung und bei Erziehungsrenten, wenn sie vor dem 63. Geburtstag in Anspruch genommen werden, und
  • bei Hinterbliebenenrenten (Witwen-/Witwerrenten, Waisenrenten), wenn der Versicherte vor seinem 63. Geburtstag gestorben ist.

Das 63. Lebensjahr galt übergangsweise bis zum Jahr 2012 und wird danach schrittweise bis zum 65. Lebensjahr angehoben.

Ab 2024 können abschlagsfreie Renten wegen Erwerbsminderung oder Erziehungsrenten erst mit 65 Jahren geleistet werden. Auch Hinterbliebenenrenten werden erst abschlagsfrei geleistet, wenn der verstorbene Versicherte mindestens 65 Jahre alt war.

Der Abschlag beträgt 0,3 Prozent pro Monat, den die Rente vorzeitig beansprucht wird. Bei Altersrenten liegt der maximale Abschlag bei 18 Prozent, bei Renten wegen Erwerbsminderung, Erziehungsrenten und Hinterbliebenenrenten sind es höchstens 10,8 Prozent.

 

Aktueller Rentenwert

Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag, der der monatlichen Rente entspricht, wenn für ein Kalenderjahr Beiträge aufgrund des Durchschnittsentgelts gezahlt worden sind. Der aktuelle Rentenwert wird bei der Berechnung einer Rente in die Rentenformel eingesetzt und entscheidet so mit über die Höhe und die Anpassung der Rente.

Er richtet sich unter anderem nach den Bruttolöhnen, dem Beitragssatz in der Rentenversicherung und dem Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern (Nachhaltigkeitsfaktor). Der Betrag wird in der Regel jedes Jahr zum 1. Juli neu festgelegt. Dadurch wird die gesetzliche Rente an die Lohnentwicklung angepasst (Rentenanpassung).

Solange die Einkommensverhältnisse in den alten und neuen Bundesländern unterschiedlich sind, gibt es zusätzlich einen aktuellen Rentenwert (Ost).

 

Altersgrenze

Eine Altersgrenze bestimmt den Zeitpunkt, zu dem ein bestimmtes Lebensalter erreicht wird. Versicherte müssen eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben, um eine Altersrente zu beanspruchen.
Die Regelaltersgrenze liegt für vor 1947 Geborene bei 65 Jahren. Von 2012 bis 2029 wird sie für nach 1946 Geborene stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Bei vorgezogenen Altersrenten liegt die Altersgrenze unter Umständen auch vor der Regelaltersgrenze. Die Rente kann dann aber um einen Abschlag gemindert werden.

 

Altersrenten

Altersrenten sind monatliche Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung, die Versicherte ab einem bestimmten Alter erhalten können, wenn sie die sonstigen Voraussetzungen erfüllen. Die sogenannte Regelaltersrente konnte bis Ende 2011 mit 65 Jahren gezahlt werden. Die Regelaltersgrenze wird seit 2012 für nach 1946 geborene Versicherte schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.

Neben der Regelaltersrente gibt es zum Beispiel die Altersrente:

  • für langjährig Versicherte,
  • für schwerbehinderte Menschen und
  • für besonders langjährig Versicherte.

Für vor 1952 geborene Versicherte kann darüber hinaus auch die Altersrente für Frauen und wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit in Betracht kommen. Für diese Altersrenten gelten andere Altersgrenzen.

 

Beitragssatz

Der Beitragssatz ist ein Prozentsatz, der angibt, welcher Anteil von den beitragspflichtigen Einnahmen (Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen) – bis zur Beitragsbemessungsgrenze – als Versicherungsbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen ist.

 

Bruttorente

Die Bruttorente ist der Betrag einer Rente vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen beziehungsweise vor dem Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag

 

Bundeszuschuss

Der Bundeszuschuss ist der Beitrag des Bundes zur Finanzierung der Rentenversicherung. Mit ihm werden nicht beitragsgedeckte, sogenannte versicherungsfremde Leistungen bezahlt. Der Bundeszuschuss wird aus Steuergeldern erbracht.

 

Durchschnittsentgelt

Das Durchschnittsentgelt ist das mittlere Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten. Es wird jedes Jahr neu festgelegt und bildet die Grundlage für die Ermittlung der Entgeltpunkte, die bei der Berechnung der Rente in die Rentenformel einfließen. Es ergibt sich genau ein Entgeltpunkt, wenn das persönliche Jahresentgelt dem Durchschnittsentgelt aller Versicherten entspricht.

 

Durchschnittsverdiener

Ein Durchschnittsverdiener ist ein Versicherter, der genau das Durchschnittsentgelt verdient.

 

Eckrente

Die sogenannte Eckrente oder Standardrente ist die Rente eines Versicherten, der 45 Jahre das Durchschnittsentgelt verdient, davon Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt und so 45 Entgeltpunkte erworben hat. Sie ist eine abstrakte Größe, um das Standard-Rentenniveau zu verdeutlichen.

 

Entgeltpunkte

Entgeltpunkte sind ein wichtiger Bestandteil der Rente. Sie werden dem Versicherten als Zahlenwerte für jedes Jahr in seinem Konto gutgeschrieben.

Ihr Wert ist abhängig von der Höhe des eigenen Arbeitsentgelts im Verhältnis zum Durchschnitt aller Versicherten. Wer in einem Kalenderjahr genauso viel verdient hat wie das Durchschnittsentgelt aller Versicherten, erhält dafür einen Entgeltpunkt.

Für die Berechnung der Rente wird die Summe aller Entgeltpunkte in die Rentenformel eingesetzt. Je höher die Arbeitsentgelte und damit auch die Beitragszahlungen waren, desto höher ist die Zahl der Entgeltpunkte und damit auch die Rente.

Entgeltpunkte ergeben sich darüber hinaus auch aus beitragsfreien Zeiten. Beitragsgeminderte Zeiten und geringfügige Beschäftigungen führen zu Zuschlägen an Entgeltpunkten. Zuschläge oder Abschläge aus einem Versorgungsausgleich oder Rentensplitting werden ebenfalls als Entgeltpunkte berücksichtigt. Auch Beiträge nach dem Beginn einer Teilaltersrente ergeben einen Zuschlag an Entgeltpunkten.

 

Erwerbsminderung

Erwerbsgemindert ist, wer wegen Krankheit oder Behinderung nur eingeschränkt arbeiten kann.

Voll erwerbsgemindert sind Personen, die aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden am Tag unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten können.

Teilweise erwerbsgemindert ist, wer aus gesundheitlichen Gründen mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann.

Erwerbsgeminderte Versicherte haben Anspruch auf eine volle oder teilweise Erwerbsminderungsrente, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Dabei kann auch teilweise erwerbsgeminderten Personen eine Rente wegen voller Erwerbsminderung gezahlt werden, wenn sie arbeitslos sind.

 

Finanzierung der Rentenversicherung

Die Rentenversicherung wird im Wesentlichen durch Beiträge finanziert, die Versicherte und Arbeitgeber zahlen, sowie durch den Bundeszuschuss. Die Finanzierung erfolgt im Umlageverfahren (siehe auch Generationenvertrag). Reichen die Einnahmen nicht aus, um alle Ausgaben zu finanzieren, greift man auf die Nachhaltigkeitsrücklage zurück.

 

Generationenvertrag

Als Generationenvertrag wird das Grundprinzip zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung bezeichnet: Die Berufstätigen finanzieren mit ihren Beiträgen die Renten der Älteren in der Erwartung, dass die nachkommende Generation später dasselbe für sie tut (siehe auch Umlageverfahren).

 

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Die bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung ist eine finanzielle Unterstützung für Personen, deren Einkünfte und Vermögen nicht für den notwendigen Lebensunterhalt ausreichen. Die Grundsicherung wird auf Antrag von den Grundsicherungsämtern gegebenenfalls zusätzlich zu einer Altersrente oder einer Rente wegen Erwerbsminderung gezahlt.

 

Hinterbliebenenrente

Nach dem Tod eines Versicherten können sein hinterbliebener Ehepartner/eingetragener Lebenspartner (Lebenspartnerschaft) und die Kinder eine Hinterbliebenenrente erhalten. Dazu zählen die Witwen-, Witwer- und Waisenrenten.

 

Kapitaldeckungsverfahren

Das Kapitaldeckungsverfahren ist eine Finanzierungsform der privaten und betrieblichen Altersvorsorge: Die eingezahlten Beträge werden angespart, möglichst gewinnbringend angelegt und später mit den Erträgen aus der Kapitalbildung an den Versicherten/Rentner ausgezahlt. Die gesetzliche Rentenversicherung wird dagegen im Umlageverfahren finanziert.

 

Konto

Die Deutsche Rentenversicherung führt für jeden Versicherten ein sogenanntes Versicherungskonto, in dem alle Daten gespeichert werden, die für die Rente wichtig sind – vor allem rentenrechtliche Zeiten.

 

Nachhaltigkeitsfaktor

Der Nachhaltigkeitsfaktor ist eine der Zahlen, die bei der jährlichen Rentenanpassung in die Rentenanpassungsformel eingesetzt wird und mitbestimmt, wie sich die Renten verändern. Mit diesem Faktor wird berücksichtigt, wie sich das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern entwickelt.
Allein auf den Nachhaltigkeitsfaktor bezogen können sich folgende Auswirkungen auf die Rentenanpassung ergeben:

  • Verändert sich das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern nicht, dann ist der Wert der Zahl 1 und die Rentenanpassung wird nicht beeinflusst.
  • Wird die Gruppe der Rentenempfänger im Vergleich zu den Beitragszahlern dagegen größer, so fällt der Wert unter 1 und die Rentenanpassung fällt rechnerisch niedriger aus.
  • Wächst dagegen die Gruppe der Beitragszahler – zum Beispiel bei einem Wirtschaftsaufschwung –, ergibt sich ein Wert größer als 1. Das führt in der Regel zu einer Rentenerhöhung.
 

Nachhaltigkeitsrücklage

Alle Rentenversicherungsträger haben eine gemeinsame Nachhaltigkeitsrücklage. Dort werden die überschüssigen Einnahmen gesammelt. Reichen in einem Monat die Einnahmen nicht aus, um alle Ausgaben zu decken, kann man auf das zusätzliche Geld aus der Nachhaltigkeitsrücklage zurückgreifen.
 

 

Nettorentenniveau

Das Nettorentenniveau ist eine Prozentzahl, die angibt, wie hoch die Eckrente im Vergleich zum aktuellen Durchschnittsentgelt der Versicherten ist, und zwar jeweils nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge.

 

Regelaltersgrenze

Die Regelaltersgrenze lag bis Ende 2011 bei 65 Jahren. Sie wird für Geburtsjahrgänge ab 1947 von 2012 an schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre angehoben. Für Versicherte, die ab 1964 geboren sind, liegt die Regelaltersgrenze dann bei 67 Jahren.

 

Rendite

Die Rendite ist der Gewinn aus einer Finanzanlage. Die Rendite in der gesetzlichen Rentenversicherung verdeutlicht, in welchem Verhältnis (spätere) Rentenleistungen zu den eingezahlten Beiträgen stehen.

 

Renten

Renten der gesetzlichen Rentenversicherung sind monatliche Zahlungen, die wirtschaftliche Folgen bestimmter Risiken (zum Beispiel Erwerbsminderung) mindern. Voraussetzung ist, dass der Berechtigte einen Anspruch auf sie hat und sie beantragt.

 

Rentenanpassung

Um die Rentner an der Entwicklung der Löhne und Gehälter zu beteiligen, werden ihre Renten regelmäßig zum 1. Juli eines Jahres angepasst, soweit vom Gesetzgeber nichts anderes beschlossen wird. Dies geschieht, indem die Rente mit dem dann geltenden aktuellen Rentenwert neu berechnet wird. Der jeweils aktuelle Rentenwert wird mit Hilfe der Rentenanpassungsformel ermittelt.

Solange in den alten und neuen Bundesländern noch unterschiedliche Einkommensverhältnisse bestehen, unterscheidet man zwischen dem aktuellen Rentenwert und dem aktuellen Rentenwert (Ost).

 

Rentenanpassungsformel

Mit der Rentenanpassungsformel wird aus dem bisherigen aktuellen Rentenwert der neue, ab 1. Juli geltende Wert ermittelt.  Dabei werden die Entwicklung des Durchschnittsentgelts, der Nachhaltigkeitsfaktor sowie die Veränderung 36 der Beiträge zur Rentenversicherung und der Beiträge für die Riester-Rente berücksichtigt.

 

Rentenformel

Mit Hilfe der Rentenformel wird der Monatsbetrag der Rente errechnet:

  • Entgeltpunkte × Zugangsfaktor = persönliche Entgeltpunkte
  • Persönliche Entgeltpunkte × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert = monatliche Rente
 

Renteninformation

Die Renteninformation ist ein jährlicher Service der deutschen Rentenversicherung. Sie soll Versicherten helfen, ihre Altersvorsorge zu planen, und enthält insbesondere

  • den aktuellen Stand des Versicherungskontos (Konto) und die Grundlagen der Rentenberechnung,
  • die Höhe der bisher erworbenen und der voraussichtlichen Rente (Regelaltersrente, Rente wegen voller Erwerbsminderung),
  • Informationen über die Auswirkungen künftiger Rentenanpassungen und eine Übersicht über die Höhe der gezahlten Beiträge.
  • Versicherte ab dem vollendeten 27. Lebensjahr erhalten die Renteninformation automatisch, wenn sie bereits fünf Jahre versichert sind. Versicherte im Alter von 55, 58, 61 und 64 Jahren erhalten an Stelle der Renteninformation die ausführlichere Rentenauskunft.
 

Rentenniveau

Das Rentenniveau ist eine Prozentzahl, die angibt, wie hoch die Eckrente im Vergleich zum aktuellen Durchschnittsentgelt der Versicherten ist (siehe auch Nettorentenniveau)

 

Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil des sozialen Sicherungssystems in Deutschland. Neben der Beratung in allen Fragen rund um Rente, Rehabilitation und Altersvorsorge ist sie für die Zahlung von Renten zuständig, wenn der Versicherte

  • aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur stark eingeschränkt arbeiten kann (Erwerbsminderung),
  • ein bestimmtes Alter erreicht hat (Altersrenten),
  • stirbt und Familienangehörige versorgt werden müssen (Hinterbliebenenrente, Erziehungsrente).
 

Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge. Die Förderung umfasst Zulagen und Steuervorteile.

 

Steuerpflicht für Renten

Seit 2005 werden die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung auf das System der sogenannten nachgelagerten Besteuerung umgestellt. Das bedeutet, dass die Beiträge für den Aufbau der Altersversorgung steuerfrei sein werden, dafür werden später die Renteneinkünfte voll versteuert.
Langjährige Übergangsregelungen führen dazu, dass die Renten Jahr für Jahr stärker und erst bei einem Rentenbeginn ab dem Jahr 2040 grundsätzlich voll zu versteuern sind. Die einzige Ausnahme von der Besteuerung ergibt sich durch die sogenannte Öffnungsklausel.

 

Umlageverfahren

Durch das Umlageverfahren wird die gesetzliche Rentenversicherung finanziert: Die aktuellen Einnahmen (Beiträge und Bundeszuschuss) decken die laufenden Rentenzahlungen und sonstigen Ausgaben.

Dafür erwerben die Beitragszahler den Anspruch, später selbst eine Rente zu erhalten, die dann von der nachkommenden Generation finanziert wird (Generationenvertrag).

Die eingehenden Beiträge werden also unmittelbar für die Finanzierung der Ausgaben verwendet und nicht für künftige Renten angespart.

 

Zusätzliche Altersvorsorge

Als zusätzliche Altersvorsorge werden alle regelmäßigen Einkünfte bezeichnet, die ein Rentner neben der gesetzlichen Altersrente hat. Dies sind in der Regel die Erträge einer zusätzlichen Altersvorsorge, zum Beispiel aus einer privaten Rentenversicherung.

Die Beiträge entsammen mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Rentenversicherung aus dem Renten-ABC. Das gesamte Renten-ABC kann als Broschüre (PDF-Dokument) auf der Website der Deutschen Rentenversicherung heruntergeladen werden.

 

Quelle: Die Beiträge entsammen mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Rentenversicherung aus dem Renten-ABC. Das gesamte Renten-ABC kann als Broschüre (PDF-Dokument) auf der Website der Deutschen Rentenversicherung heruntergeladen werden.