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Schon kurze Zeiten der Arbeitslosigkeit bedeuten viel weniger Rente

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Jeder Bruch in der Erwerbsbiografie wirkt sich unmittelbar auf die spätere Rente aus. Arbeitslosigkeit, Teilzeitbeschäftigung oder eine Tätigkeit mit Werkvertrag führen selbst bei insgesamt erfüllten Erwerbsbiografien mit jahrzehntelangen Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung häufig zu Altersrente, die deutlich unter den statistischen Annahmen für die Standardrente liegen. Bei dieser wird eine Erwerbsbiografie von 45 Jahren unterstellt, bei der in jedem Jahr genau ein Durchschnittseinkommen erzielt wurde. Diese Standardrente beträgt bei aktuellem Niveau 1.315 Euro, bei dem Niveau von 2001 1.475 Euro. Bei einem Niveau von 43 Prozent, wie es für 2030 prognostiziert wird, sind es nur noch 1.199 Euro. Doch in der Realität werden diese Werte des „Standardrentners“ selten erreicht:

Sebastian hat mit 17 Jahren eine Ausbildung im Kfz-Handwerk in Darmstadt begonnen und wurde nach drei Jahren Ausbildung von seinem Betrieb übernommen. Für ihn gilt der Tarifvertrag für das Tarifgebiet Hessen. Anfangs in Entgeltgruppe 3, steigt er bereits nach einem Jahr in die nächsthöhere Entgeltgruppe auf. Mal angenommen mit 32 Jahren wird er für drei Jahre arbeitslos, erhält also ein Jahr ALG I und anschließend ALG II. Dann findet er wieder einen Job im Kfz-Handwerk, ebenfalls mit Tarifvertrag und auch in Hessen. Nach zwölf Jahren würde er erneut arbeitslos werden, diesmal für zwei Jahre (je ein Jahr ALG I und ALG II). Dann folgt erneut eine tarifgebundene Beschäftigung im erlernten Beruf. Mit einer zwischenzeitlichen Zusatzqualifizierung könnte er mit 54 Jahren in die Entgeltgruppe 5 aufsteigen.

 
 

Mit 63 Jahren ist Sebastian körperlich jedoch nicht mehr in der Lage, seinen belastenden Beruf auszuüben und geht unter Inkaufnahme hoher Abschläge mit 63 Jahren in die Altersrente für langjährig Versicherte. Diese Altersrente würde bei heutigem Niveau 1.045 Euro betragen, also 270 Euro weniger als der Standardrentner. Beim Rentenniveau von 2001 würde Sebastian 1.157 Euro erhalten – bei einem Rentenniveau von 43 Prozent (anvisiert für 2030) wären es nur noch 946 Euro.*

*Hinweis: Die Berechnungen sind stark vereinfacht. Sie können lediglich die Tendenz aufzeigen, die sich bei Veränderungen des Rentenniveaus ergeben.

 

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