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Abschlagsfreie Rente mit 63

 

Seit dem 1. Juli 2014 können Versicherte mit 45 und mehr Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Damit ist wieder etwas mehr Gerechtigkeit in der Rentenpolitik hergestellt.

Wer besonders lange gearbeitet hat, wird beim Übergang in den Ruhestand vor dem Absturz in eine Sicherungslücke geschützt. Dafür hat die IG Metall gekämpft. Mit Erfolg: Allein im ersten Halbjahr nach Inkrafttreten der Rente ab 63 wechselten rund 136.000 Beschäftigte ohne Rentenkürzung in den verdienten Ruhestand.

Rente ab 65 kommt wieder

Allerdings ist die Rente ab 63 nur eine Lösung auf Zeit. Schon ab 2016 wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente nach jahrzehntelanger Arbeit schrittweise wieder auf 65 Jahre zurückgeführt. Die IG Metall kritisiert das und fordert für besonders langjährig Versicherte die unbefristete Altersgrenze von 63 Jahren.

Auch die jüngeren Generationen müssen von einer echten Rente mit 63 profitieren. Das ist möglich. Denn anders als Kritiker immer wieder behaupten, ist die Rente ab 63 kein Kostentreiber. Dass die Rücklagen der Rentenkasse schon bald deutlich schrumpfen werden, liegt in erster Linie an der sogenannten Mütterrente. Sie verursacht rund 75 Prozent der Gesamtkosten des Rentenpakets und wird systemwidrig überwiegend aus Beitragsmitteln statt aus Steuern finanziert.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gering

Auch die Kritik, die Rente ab 63 reiße Lücken in den Arbeitsmarkt für Ältere, läuft ins Leere. Im Juni 2015 hat die Bundesagentur für Arbeit gezeigt: Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind geringer, als es die Antragszahlen vermuten ließen. Zudem sei völlig unbekannt, wie viele Personen auch ohne die abschlagsfreie Rente ab 63 vorgezogen in Rente gegangen wären. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Hintergrundinformation. Auswirkungen der Rente ab 63 Jahren nach langjährigen Beitragszeiten auf den Arbeitsmarkt. Berichtsmonat Juni 2015) Und eine andere Studie zeigt: Fast 90 Prozent der Betriebe gehen nicht davon aus, dass sie wegen der Rente ab 63 personalpolitische Maßnahmen ergreifen müssen. (Quelle: IAB: Aktuelle Berichte. Rente mit 63 und betriebliche Reaktionen. 9/2015)

Trotz dieser Fakten formiert sich bei der Rente ab 63 wieder einmal die Anti-Sozialstaats-Allianz, die regelmäßig gegen soziale Errungenschaften ins Feld zieht. Dabei ist Alarmismus völlig fehl am Platz. Die IG Metall wird weiter Gegendruck erzeugen und für sozialen Fortschritt kämpfen – auch und gerade in der Rentenpolitik.