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Die Lösung: Mehr Rente – von allen für alle

16.03.2016 | Kampagne

Damit sich Beschäftigte in Zukunft wieder auf die Rente verlassen können, hat die IG Metall Vorschläge entwickelt, wie der Verfall der gesetzlichen Rente gestoppt, massenhafter sozialer Abstieg im Alter verhindert und die Alterssicherung wieder zu alter Stärke geführt werden kann.

Für mehr Rente – die Forderungen der IG Metall

Die gesetzliche Rente muss auch ohne private Zusatzvorsorge ausreichen, um im Alter gut leben zu können.

Das Drei-Phasen-Konzept der IG Metall zeigt, wie:

 
Stabilisierungsphase, Ankopplungsphase, Anhebungsphase
 
 
  • Stabilisierungsphase: Das Rentenniveau muss zunächst stabilisiert werden, um ein weiteres Absinken des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rente zu verhindern.
  • Ankopplungsphase: Die Renten müssen wieder an die Einkommensentwicklung angekoppelt werden.
  • Anhebungsphase: Schrittweise Anhebung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rente auf ein neues Sicherungsziel.

 

Wer aufgrund seiner Erwerbsbiografie keine ausreichenden Anwartschaften auf die gesetzliche Rente erwerben konnte, muss vor Altersarmut geschützt werden.


Auch hier ist das Rentenniveau von entscheidender Bedeutung. Massenhafte Altersarmut droht insbesondere Frauen. Um dem entgegenzuwirken, müssen Nachteile am Arbeitsmarkt und die Diskriminierung bei den Einkommen beseitigt, aber auch niedrige Rentenbeträge aufgewertet werden.

Daher setzt sich die IG Metall dafür ein,

  • niedrige Einkommen steuerfinanziert aufzuwerten: Zeiten mit Geringverdienst müssen unbegrenzt um das 1,5-fache und höchstens auf 75 Prozent des Durchschnitteinkommens aufgewertet werden.
  • wieder Beiträge für Langzeitarbeitslose in die Rentenkasse zu entrichten und Ausfallzeiten z.B. für Kindererziehung stärker zu berücksichtigen.
  • die Grundsicherung anzuheben und einen Freibetrag für Alterseinkünfte aus gesetzlicher Rente und Betriebsrenten bei der Einkommensanrechnung einzuführen.
  • den Kampf gegen Altersarmut systemgerecht aus Steuermittel zu finanzieren.

 

Eine gerechte Rente ist gemeinsam möglich

Die beste Nachricht für heutige und zukünftige Rentner lautet: Die gerechte und nachhaltige Finanzierung verbesserter Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung ist möglich. Dazu sind eine schrittweise Anhebung des Beitragssatzes und die Erweiterung des versicherten Personenkreises notwendig. Letzteres bedeutet die Umwandlung der gesetzlichen Rente in eine solidarische Erwerbstätigenversicherung, in der auch Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Parlamentarier pflichtversichert sind. Auf diese Weise wird die gesetzliche Rente zu einem gesamtgesellschaftlichen Projekt, an dem alle beteiligt sind: eine gute Rente von allen für alle.

 

Flexibel in den Ruhestand statt Arbeiten ohne Ende

Die IG Metall lehnt Konzepte ab, die mit arbeits- und sozialrechtlichen Eingriffen das Arbeiten nach der Regelaltersgrenze attraktiver oder gar zu einem Massenphänomen machen wollen. Flexible Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Arbeitsleben werden vor allem vor und nicht nach der Regelaltersgrenze benötigt. »Arbeiten bis zum Ende« ist weder gesellschafts- und sozialpolitisch akzeptabel noch eine nachhaltige Antwort auf den wachsenden Fachkräftebedarf.

Die IG Metall plädiert für passgenaue Übergangsoptionen und eine erreichbare Regelaltersgrenze. Dafür bedarf es weiterer Reformen, die sich an der individuellen Situation und den Bedürfnissen der Beschäftigten orientieren und das Recht auf Ruhestand stärken. Hier hat sich insbesondere die Altersteilzeit bewährt.

 

Gute Rente – solidarisch organisiert

 
Demografie-Reserve, Höherer Zuschuss aus Steuermitteln, Erweiterung des versicherten Personenkreises, Anhebung des Beitragssatzes
 
 

Wählt man einen solidarisch finanzierten Beitragsweg, ist ein paritätischer Beitragssatz oberhalb der 22-Prozent-Marke möglich bzw. nötig. Die tatsächliche Höhe eines am Leistungsziel ausgerichteten Beitragssatzes wird unter anderem durch die Frage beeinflusst, in welchem Umfang Leistungsverbesserungen auf dem Feld gesamtgesellschaftlicher Aufgaben systemgerecht aus zusätzlichen Steuermitteln finanziert werden.

Zudem muss die Möglichkeit zum Ausbau der Nachhaltigkeitsreserve (»Demografie-Reserve«) durch Abschaffung der Obergrenze von derzeit 1,5 Monatsausgaben geschaffen werden. So könnten durch eine alternative Beitragssatzentwicklung in konjunkturell und demografisch günstigen Zeiten höhere Rücklagen zur Finanzierung leistungsgerechter Renten auch in der Zukunft ermöglicht werden.

Schließlich fällt der Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung auch mit Blick auf die Finanzierung einer solidarischen Alterssicherung eine wichtige Rolle zu. Prognosen zeigen: Mit der Einbeziehung von Freiberuflern, Selbstständigen und Beamten können mittel- bis langfristig zusätzliche Finanzspielräume eröffnet werden.

 

Höhere Beiträge für eine sichere Zukunft – ein guter Deal

Etwas höhere Rentenbeiträge sind der Preis dafür, die Rente wieder fit für die Zukunft zu machen. Dass die Mehrheit der Bevölkerung bei der Rente Nachholbedarf sieht, bestätigt eine von Infratest durchgeführte Befragung. Die Umfrage zeigt auch, dass die Deutschen gerne bereit sind, für ein gutes Leben im Alter höhere Rentenbeiträge in Kauf zu nehmen. Mehr über die Studie erfahren Sie hier.

Welche weiteren positiven Folgen eine stabile Rente von allen für alle hätte, erfahren Sie hier.