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Riester-Rente kann Rentenkürzungen nicht ausgleichen…

16.03.2016 | Kampagne

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Die niedrigen Renten stellen viele Versicherte vor ein Dilemma: Während die Leistungen des paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanzierten Rentensystems immer weiter sinken, schwächelt auch die Riester-Rente. Die staatlich geförderte Zusatz-Rentenversicherung, die ursprünglich die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente ausgleichen sollte, wirft infolge der Finanzmarktkrise und der resultierenden Niedrigzinsen nicht genug Rendite ab, um sich zu lohnen.

Die Idee der staatlich geförderten Riester-Rente muss daher als gescheitert betrachtet werden. So wurden seit ihrer Einführung zwar etwa 16 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen, allerdings sind davon rund 20 Prozent ruhend gestellt. Gleichzeitig wird nur bei etwa 6,4 Millionen  aktiven Riester-Verträgen genug Eigenbeitrag geleistet, um die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten. Der überwiegende Teil der Versicherten sorgt folglich gar nicht oder zumindest nicht in dem Umfang mit einer Riester-Rente vor, wie es der Gesetzgeber als Ausgleich für die sinkende Rentenhöhe eigentlich vorgesehen hatte.

Dabei kann von einem Ausgleich durch die Riester-Rente ohnehin nicht die Rede sein. Selbst im selten eintretenden Idealfall (= insgesamt 4 Prozent zusätzliche Vorsorge, jährliche Rendite von 4 Prozent, Kostenbelastung von 10 Prozent für den Riester-Vertrag) kann die geförderte Zusatzvorsorge das sinkende Leistungsniveau der gesetzlichen Rente zu keinem Zeitpunkt vollständig ausgleichen.

Von der Riester-Rente profitieren vor allem Besserverdiener

Zudem ist die Riester-Förderung sozial unausgewogen. Personen mit höheren Einkommen profitieren überdurchschnittlich von der staatlichen Förderung. So kommen rund 38 Prozent der Gesamtförderung den zwei Zehnteln mit den höchsten verfügbaren Einkommen zugute. Auf die Bezieher der unteren zwei Zehntel der Einkommen entfallen hingegen lediglich 7,3 Prozent der gesamten Förderung. Die Sparerzahlen sprechen die gleiche Sprache: Während bei den unteren beiden Einkommenszehnteln nur 15 bzw. 18 Prozent der Haushalte eine Zulagenförderung erhält, sind die in den anderen Einkommensgruppen zwischen 28 und 34 Prozent. Gerade bei den Haushalten mit den niedrigsten Einkommen, bei denen ein Ausgleich am wichtigsten wäre,  kommt die Zulagenförderung also deutlich seltener an als bei mittleren und höheren Einkommensgruppen.

Regierung rechnet sich Riester-Rente schön

Neben dem insgesamt schwachen und sozial unausgewogenem Verbreitungsgrad und der wenig zielgenauen Zulagenförderung gibt es weitere Belege für das Scheitern der Riester-Rente. So besteht eine deutliche Differenz zwischen den Annahmen der Bundesregierung und der Wirklichkeit auch auf den Feldern der durchschnittlichen Renditen sowie der Kosten von Riester-Produkten. Der Garantiezins lag bei Einführung der Riester-Rente noch bei 3,25 Prozent, wurde aber schrittweise auf aktuell nur noch 1,25 Prozent abgesenkt. Auch langen viele Anbieter deutlich kräftiger zu als von der Regierung angenommen. Statt bei den unterstellten 10 Prozent liegen die Kosten im Schnitt bei fast 13 Prozent – und schwanken dabei zwischen 2,5 und 19,8 Prozent (Quelle: Berechnungen des Munich Center for the Economics of Aging (mea). In: MEA Discussion Papers. Die Kosten der Riester-Rente im Vergleich. 2013, S. 33).

 

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